Modell eines Bauernhauses in Stafflach am Brenner, um 1910

Bild
 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Alltag
Sammlungsgruppe
Bautechnik
Epoche
1910 - 1919
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Das Modell des Tiroler Bauernhauses in Stafflach am Brenner war in der ersten Einrichtung des Technischen Museums Wien unter dem Titel „Heimatschutz und Bauberatung“ ausgestellt.

Über das Gebäude heißt es in einer Beschreibung, dass es aus dem Jahr 1696 stamme und früher ein Gasthaus gewesen sei. Es wird auf die Konstruktion des Zimmermeisters Martin Kern und zwei weitere seiner Werke in Stafflach hingewiesen, die leider alle dem Brand im Jahr 1906 zum Opfer gefallen sind. Hervorgehoben wird auch die für die alten „Wipptaler“ Häuser charakteristische reiche Bemalung in Verbindung mit schöner „Holzarchitektur“.
 
Festgehalten wurde der Zustand dieses Gebäudes in der Zeit um 1900. Der Tischlermeister Rudolf Kornik in Innsbruck fertigte das Modell um 1910 nach fotografischen Aufnahmen an. Der Verband Österreichischer Heimatschutzvereine kaufte es um 1913 zusammen mit vier weiteren Modellen von Tiroler Bauernhäusern des gleichen Herstellers. Dieser wurde zur Einrichtung des Museums von Direktor Oberbaurat Ludwig Erhard um Leihgaben für die Ausstellung „Heimatschutz und Bauberatung“ ersucht. In einer Objektliste für diesen Bereich standen an erster Stelle „die typischen Bauernhäuser des österreichischen Kaiserstaates“.

„Heimatschutz und Bauberatung“ war ein Teil der Ausstellung über das gesamte Bauwesen. Der Architekt Prof. Othmar Leixner und der Historiker Dr. Karl Giannoni wurden zu Fachkonsulenten für diese Einrichtung ernannt. Letzterer war ein engagierter Vertreter der damals noch jungen Heimatschutz-Bewegung und Sekretär des Verbandes Österreichischer Heimatschutzvereine. Die Ausstellung präsentierte Darstellungen „vorbildlicher“ und „schlechter“ Bauten sowie Beispiele bodenständiger Bauweise und störender Elemente. Ähnlich einer Bauberatungsstelle sollte sie die Besucher über die richtige Gestaltung von Bauwerk und Siedlung aufklären.

1996 wurde diese Ausstellung noch einmal unter dem Titel „Schönes Österreich“ im Museum für Volkskunde gezeigt.



Inv.Nr. 13186

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