• FA-122373 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Alltag & Umwelt
Sammlungsgruppe
Spiel- und Ausgabeautomaten
Ausstellung
Alltag - eine Gebrauchsanweisung
Epoche
1960 - 1969

PEZ-Automat, 1956-1960

Vor dem Genuss des Lutschbonbons steht ein kleines Ritual: Geld in einen Automaten werfen, Knopf drücken, auspacken, in den Spender schlichten, Knips-Mechanismus betätigen, Bonbon entnehmen.

Auf dieser Prozedur beruht der Marken-Status der PEZ-Bonbons. 1927 eingeführt, sollten sie zunächst RaucherInnen bei der Entwöhnung unterstützen. Das hat die Erzeugerfirma Haas dazu bewogen, einen Spender mit Knips-Mechanismus anzubieten, der einem Feuerzeug nachempfunden ist. Der Name „PEZ“ ist schlicht die Aneinanderreihung des ersten, mittleren und letzten Buchstabens des Wortes „Pfefferminz“, der einzigen Geschmacksrichtung, die zunächst angeboten wurde. Der Hersteller erweiterte die Palette der Geschmacksrichtungen erst, als er Kinder als potenzielle Zielgruppe entdeckte. Folgerichtig wurden ab 1962 die Knips-Mechanismen als Köpfe von Disney-Figuren gestaltet. Die Ausgabeautomaten für die Bonbons gab es zu dieser Zeit bereits. Der erste war 1956 auf dem Wiener Westbahnhof montiert worden.

Tradition hat auch das PEZ-Design mit dem Schriftzug des Markennamens, der aus den eckigen kleinen Lutschbonbons zusammengesetzt ist, und dem uniformierten „PEZ-Girl“, das ein Bonbon aus dem PEZ-Spender anbietet. Die kopflastigen Feuerzeug-Imitate sind zu Sammlerobjekten geworden – ein Umstand, an den sich eine weitere kleine PEZ-Geschichte knüpft: eBay-Gründer Pierre Omidyar soll auf die Idee zum Internetauktionshaus gekommen sein, als seine Frau – eine leidenschaftliche PEZ-Spender-Sammlerin – ihn bat, ihr eine Plattform einzurichten, auf der sie sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Die charmante Legende wird von eBay selbst gepflegt. In der Deutschland-Zentrale in Kleinmachnow sind in einer Vitrine PEZ-Spender und ein -Verkaufsautomat ausgestellt.


Inv.Nr. 35186
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