Schraubsteckdose mit Fassung, um 1920

Bild
 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Alltag
Sammlungsgruppe
Haustechnik
Ausstellung
Alltag - eine Gebrauchsanweisung
Epoche
1920 - 1929
Die Schraubsteckdose wurde früher auch als „Stromdieb“ bezeichnet. Sie ermöglichte den Verbrauch von sogenanntem „Lichtstrom“ für andere Zwecke ohne Bezahlung.

Zu Beginn der Elektrifizierung wurden Gebäude vorwiegend nur mit Lichtleitungen ausgestattet. Weitere elektrische Verbraucher waren nicht vorgesehen oder noch nicht verfügbar. Es gab daher in den meisten Wohnungen keine Steckdosen. Die Abrechnung erfolgte ohne Stromzähler, denn der Stromverbrauch wurde für eine Lichtquelle je Raum berechnet. Dafür wurde eine Pauschale festgelegt. Schraubsteckdosen wurden in Lampenfassungen geschraubt und ermöglichten den zusätzlichen Anschluss von Elektrogeräten. Damit konnten dort, wo keine Steckdosen zur Verfügung standen, elektrische Geräte in Betrieb genommen werden.

Eines der ersten wichtigen Elektrogeräte für den Haushalt war das elektrische Bügeleisen. Ähnlich wie das elektrische Licht, brachte es große Arbeitserleichterung. In den meisten Fällen konnte es nur über eine Schraubsteckdose an die sogenannte „Lichtleitung“ angehängt werden. In der Pauschalrechnung war dieser Verbrauch nicht enthalten.

Das Technische Museum Wien zeigt eine Schraubsteckdose von den Siemens-Schuckert-Werken in Wien aus der Zeit um 1920. Ihr Edison-Gewinde E-27 ist für alle entsprechenden Lampenfassungen geeignet. Für den Anschluss einer Glühlampe bietet sie eine Fassung und für den Anschluss von Geräten zwei sich gegenüberliegende 2-polige Steckdosen.

Mit zunehmender Elektrifizierung und Vereinheitlichung der anfangs unterschiedlichen Stromnetze kam es bald zur Installation von Stromzählern und damit zum Ende der Pauschalrechnung.


Inv.Nr. 20382

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