Skulpturfotoarbeiten: Tillydrone, Northfield und Logie

Die Werkgruppe „Invisible Oil“ des österreichischen Künstlers Ernst Logar reflektiert unsere zivilisatorische Abhängigkeit vom Rohstoff Erdöl und fragt nach sichtbaren wie unsichtbaren Auswirkungen.

Am Beispiel der schottischen Erdölmetropole Aberdeen untersuchte Ernst Logar 2008 den Rohstoff in Hinblick auf Strukturen der Macht, der wirtschaftlichen wie der politischen. Persönlich vorgedrungen in öffentlich nicht zugängliche Orte der Nordsee-Erdölindustrie, entstanden künstlerische Objekte, die aus dem Material Rohöl entwickelt wurden, Installationen und Fotografien. Subtil visualisiert er Fragen nach der (un)sichtbaren Präsenz des schwarzen Goldes in allen Bereichen der Gesellschaft und nach Auswirkungen der industriellen Förderung und Verarbeitung auf die Umwelt und das Landschaftsbild.

Logar prangert allerdings nicht laut schreiend die Erdöl-Industrie an, er nimmt mit seinen Skulpturen aus angespültem Plastikmüll, die an Bohrplattformen erinnern, jeden und jede von uns in die individuelle Verantwortung für ein globales Umweltproblem: Ein Rohstoff, den wir den Tiefen des Meeres mit hohem technischen Aufwand entnehmen, gelangt durch die Maßlosigkeit der Konsum- und Wegwerfgesellschaft in einer neuen chemischen Verbindung zurück in die Weltmeere: 70% des Plastikabfalls sinken auf die Böden unserer Weltmeere, 15% bleibt Treibgut.

Ernst Logar wurde 1965 in Klagenfurt geboren, er lebt und arbeitet in Wien.



Inv.Nr. BPA-016325
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