Blick hinter die Kulissen

Produktion bei der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten

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Karl Blumauer beim Formenbau

© Technisches Museum Wien
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Das Gießen der Werkstücke

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Putzen der getrockneten Stücke vor dem ersten Brand

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Aufbringung der Signatur

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Glasieren des Werkstücks

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Ein Blick in den Ofen vor dem Glasurbrand

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Verschiedene Werkstücke vor dem Brennen

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Ulrike Lienbacher mit Modellbauer Karl Blumauer

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Die Wiener Porzellanmanufaktur Augarten ermöglicht im Rahmen von "AT YOUR SERVICE" die Produktion einer Arbeit der Künstlerin Ulrike Lienbacher. Werfen Sie hier einen Blick hinter die Kulissen der Herstellung.

Lienbacher zitiert im Rahmen ihrer Arbeit Elite I Körper ein Fitnessstudio in Form eines Arrangements von Hanteln und Gewichten, deren Material jedoch verfremdet wurde: sie sind aus kostbarem Augarten Porzellan gefertigt. Damit bezieht sich die Künstlerin auf ein sehr traditionsreiches und hochwertiges Material.

Mag. Claudia Uth, Director Products & Marketing bei Augarten beschreibt die notwendigen Arbeitsschritte:

  • „Zuerst wird von dem zu fertigenden Stück ein Modell aus Gips gebaut, von dem eine Negativform erstellt wird, die wiederum dazu dient, eine Muster- oder Mutterform zu fertigen. Diese wird heute aus Epoxyharz hergestellt. Davon weg werden sogenannte Arbeitsformen aus Gips gefertigt.
  • Der zweite Schritt ist – im Fall der Exponate von Frau Lienbacher – das Gießen. Dickflüssige Porzellanmasse wird in die Gießformen eingefüllt. Nach einer gewissen Trocknungszeit, in der die die Gipsformen der Masse Flüssigkeit entziehen, kann die überschüssige Masse aus der Form entleert werden. Übrig bleibt ein Hohlkörper.
  • Nach weiterer Trocknung kann das Stück im lederharten Zustand aus der Form genommen werden. Das Stück trocknet weiter und wird dann geputzt, das heißt, es wird von Gießnähten etc. befreit und Gusslöcher werden versäubert.
  • Danach erfolgt der erste Brand, der sog. Glüh- oder Schrühbrand bei 930°C.
  • Nun folgt die Signatur – bei Augarten seit 1744 mit dem Bindenschild in kobaltblauer Farbe unter der danach aufzubringenden Glasur. Dabei wird das Stück in die Glasur getaucht und danach geschwenkt. Die Glasur – bestehend aus Feldspat, Kaolin, Quarz und Wasser, hat die gleichen Bestandteile wie das Porzellan auch, ist nur flüssiger.
  • Anschließend erfolgt der Glatt- oder Glasurbrand bei 1380°C.
  • Nun ist das Porzellan bereit für den letzten Schliff – von Hand werden Grate oder Kanten noch mit Korundsteinen und Poliergummi geschliffen. Bleibt das Porzellan weiß, ist der Produktionsprozess abgeschlossen, wird es bemalt, wandert es weiter in die Malerei."
Das Besondere an Augarten Porzellan ist, dass es – getreu unserem Credo MANU FACTUM EST – wirklich von Hand gefertigt wird. Dies kann im Rahmen von Führungen in der Manufaktur auch unmittelbar erlebt werden.

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