AS 355 F-1 „Ecureuil 2“, Baujahr 1983

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Das Spital schnellstmöglich an den Unfallort schaffen: Die Flugrettung bringt medizinische Hilfe in weniger als 15 Minuten zum Unglücksort.

Auslöser für die Einrichtung eines Flugrettungsdienstes in Österreich waren die schweren Lawinenkatastrophen der Jahre 1953/54 im Gasteiner Tal und im Großen Walsertal sowie die großräumigen Überschwemmungen im Donautal im Sommer 1954. Sie hatten die bodengebundenen Einsatzkräfte vor große Probleme gestellt.

Der Service wurde anfänglich vom Innenministerium bereitgestellt und Anfang der 1980er-Jahre von privaten Dienstleistern übernommen. Der größte Anbieter in Österreich mit 16 eigenen Standorten und 24 Helikoptern war 2009 der vom ÖAMTC betriebene Christophorus-Flugrettungsverein.

Die im Technischen Museum Wien ausgestellte „Ecureuil (= Eichkätzchen) 2“ war im Juli 1983 der erste Notarzthubschrauber Österreichs. Der Mehrzweckhubschrauber Aérospatiale AS 355F Ecureuil wurde 1979 erstmals geflogen. Er war eine Weiterentwicklung des zweimotorigen AS 355E mit gesteigerter Nutzlast. Bei der Konstruktion wurde vor allem auf Sparsamkeit und günstige Erhaltung geachtet. Mittlerweile wurden die Ecureuil-Helikopter vom Eurocopter 135 mit 1.340 PS abgelöst. Im Falle eines Turbinendefekts kann bei beiden Typen jedes Flugmanöver mit der zweiten Turbine fortgesetzt werden.

Der fürs alpine Gelände wenig geeignete Hubschrauber war ursprünglich in Innsbruck stationiert. Im September 1984 wurde er nach Wiener Neustadt überstellt. Nach einer Zwischenstation in Krems wurde er ab Juli 2002 zum international genutzten Notarzthubschrauber. Sein Ende kam am 03.12.2002, als er bei einer Notlandung aus ungeklärter technischer Ursache schweren Schaden nahm.

Nach vollständiger Restaurierung durch die Bundesfachschule für Flugtechnik in Langenlebarn langte der AS 355 F-1 am 06.12.2003 als Geschenk des ÖAMTCs im Technischen Museum Wien ein. Als Rettungshubschrauber mit dem Kennzeichen OE-FXA war in knapp zwei Jahrzehnten über 15.000 Mal im Einsatz.

Technische Daten


Triebwerk: 2 Allison 250-C20F Gasturbinen à 420 WPS
Durchmesser Dreiblattrotor: 10,69 m
Gesamtlänge: 10,93 m
Höhe: 3,14 m
Max. Abflugmasse: 2.300 kg
Reisegeschwindigkeit: 234 km/h
Reichweite: 740 km
Besatzung: PilotIn, Notarzt/Notzärztin, FlugrettungssanitäterIn
Aufnahmekapazität: 1 PatientIn


Inv.Nr. 62425

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