De Havilland DH 104 Dove, Baujahr 1957

Bild
 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Die De Havilland DH 104 Dove war Großbritanniens erstes erfolgreiches Zivilflugzeug nach dem Zweiten Weltkrieg.

Während des Zweiten Weltkriegs beschäftigte sich die Brabazon-Kommission mit den zukünftigen Bedürfnissen der britischen Zivilluftfahrt. Neben der Vickers Viscount war die Dove eines von zwei geglückten Projekten.

Sie war als leichtes Transport- und Passagierflugzeug konzipiert und wurde, bis 1968 die Produktion auslief, 544 Mal gebaut. 200 Stück davon waren für militärische Zwecke. Der Erstflug eines Prototyps fand am 25.12.1945 statt. Die geringfügig modifizierten Serienmodelle erhielten eine Kuppel auf der Pilotenkanzel, die mehr Kopffreiheit gewährte. Der zweimotorige Tiefdecker in Ganzmetallbauweise bietet in der Standardausführung 8 - 11 Personen Platz.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt schaffte das vorhandene Exemplar für Funkvermessungsarbeiten an. 1976 wurde die Dove ausgeschieden, weil sie den gestiegenen Anforderungen an Verkehrsflugzeuge nicht mehr gerecht werden konnte. Ende 1977 wurde die DH 104 dem Technischen Museum Wien übergeben und für Ausstellungszwecke aufgeschnitten.

Bei der Neu-Einbringung in die Schausammlung 2005 stellten sich zahlreiche technische Fragen. Neben der Passgenauigkeit der einzelnen Aluminiumblechteile war auch die verminderte Stabilität des geschnittenen Rumpfes ein Problem. Um das Risiko des Einreißens zu minimieren, wurde eine Holzkastenkonstruktion als Korsett um den Flugzeugkörper herumgebaut. So konnte der Druck der Hebegurte abgefangen werden. Das zerlegte Flugzeug gelangte auf einem Sattelaufleger vom Depot ins Technische Museum. Dort wurden die Objektteile für die Sonderausstellung „Airworld“ mit einem 100 Meter hohen Ladekran vom Energieforum in den 1. Stock gehoben und zusammengebaut. Für die Verbringung an seinen jetzigen Standort wurde das Objekt abermals zerlegt und in 15 Metern Höhe auf die Galerie gehoben. Wieder wurden Tragflächen, Motor, Leitwerk und Rumpf vor Ort zusammengebaut.

Technische Daten


Kennzeichen: OE-BVM
Werknummer: 04488
Besatzung: 2 PilotInnen
Antrieb: 2 „De Havilland Gipsy Queen 70“ 6-Zylinder-Reihenmotoren, luftgekühlt, je 380 PS; verstellbare 3-Blatt-Metall-Luftschrauben
Spannweite: 17,40 m
Länge: 11,96 m
Leergewicht: 2.522 kg
Startgewicht: 3.992 kg
Reisegeschwindigkeit: 325 km/h
Gipfelhöhe: 6.100 m


Inv.Nr. 21228

Member of