Modell einer Dampfpflug-Lokomotive, um 1900

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Land- und Forstwirtschaft
Epoche
1900 - 1909
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Massig, heiß, gefährlich: Dampfmaschinen sind die technischen Saurier der Industriellen Revolution. Bis heute finden Antriebsmaschinen, Lokomotiven und auch Pflüge unter Dampf ihre Liebhaber.

Die landwirtschaftlichen Maschinen gelten als besondere Exoten. Einer der führenden Fachmänner für das Dampfpflugwesen war der aus Württemberg stammende Techniker Max Eyth. Von 1861 bis 1882 vertrat er den international führenden Hersteller in dieser Branche, die Firma John Fowler & Co. im englischen Leeds. Über seine Erfahrungen berichtete Eyth in seinen „Briefen eines Ingenieurs“, die eine große Leserschaft fanden.

Als Eyth für Fowler zu arbeiten begann, tobte in den Vereinigten Staaten ein Bürgerkrieg. Daher fiel das Land als Baumwolllieferant aus. Diese Chance nutzte der Vizekönig von Ägypten, um den Anbau von Baumwolle im Raum Kairo zu intensivieren und die Faserpflanze an europäische Textilfabriken zu verkaufen. Ein Dampfpflug der Marke Fowler konnte bis zu 15 Paar Ochsen und 250 Personen ersetzen. Die Bestellungen aus Ägypten ermöglichten Fowler, seinen Betrieb in Leeds um das Dreifache zu vergrößern.

Nach dem Ende des Bürgerkriegs begann Eyth, auch die USA für den Dampfpflug zu erschließen. Von 1866 bis 1868 propagierte er Fowlers Produkte in Louisiana. Die Verwüstungen durch die militärischen Auseinandersetzungen, der mühsame Wiederaufbau und die Korruption vieler Politiker erschwerten jedoch seine Bemühungen. Eyth nutzte diese Zeit auch, um mittels Dampfmaschinen auf Kanälen und Flüssen Seilschleppvorrichtungen für Schiffe zu installieren.

Weitere Reisen führten ihn in eine Reihe europäischer Länder sowie nach Peru und Algerien. Darüber hinaus konnte die Firma Fowler ihre Produkte auch in Indien, China, Java, Australien und sogar auf den Fidschi-Inseln absetzen. Nach dem Ende seiner Tätigkeit für Fowler kehrte Eyth in seine Heimat zurück und gründete die „Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft“.


Entstehungszeit: um 1900

Inv.Nr. 21440

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