• FA-123556 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Alltag
Sammlungsgruppe
Bautechnik
Epoche
1900 - 1909
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Modell eines Sparrendachs mit unterstellten Kehlbalken, um 1900

Dachstühle als Zimmermannsarbeit werden heute fast nur noch im Einfamilienhausbau angewendet. Wie bei dieser im Modell gezeigten Konstruktion sollten sie sich gut für einen Ausbau eignen.

Dieses Modell eines Sparrendachs mit unterstellten Kehlbalken kam mit vier weiteren Modellen von ähnlichen Dachstühlen von der Technischen Hochschule in Wien in die Sammlung Bautechnik des Technischen Museums Wien. Sie wurden früher für den Unterricht im „Institut für Hochbau für Bauingenieure“ verwendet. Eine Reihe von Dachstühlen auf ähnlichem Grundriss zeigt die Möglichkeiten der konstruktiven Ausführung sowie die Unterschiede im Materialaufwand.

Angefertigt wurden diese Schaustücke um 1900 in der Werkstätte des Präzisionsmechanikers Franz Steflitschek. Er konstruierte unter anderem physikalische Demonstrationsgeräte, die heute noch mit hohen Preisen gehandelt werden. Die um 1850 gegründete Werkstätte befand sich in der Millergasse 8 in Wien VI. Ihre Produkte zeichnen sich durch hohe handwerkliche Qualität aus. Auch die Serie von Dachstuhl-Modellen weist diese Präzision im Detail auf. Im Maßstab 1:100 werden daran die Unterschiede der einzelnen Dachstuhl-Konstruktionen deutlich.

Der Kehlbalkendachstuhl ist eine Sonderform des einfachen Sparrendachs. Er erlaubt die Überdeckung grörer Gebäudetiefen durch Aussteifung der Sparrenpaare mit sogenannten Kehlbalken. Sparren- und Kehlbalkendach zählen zu den ältesten Formen der Dachkonstruktion in Mittel- und Nordeuropa. Das Kehlbalkendach eignet sich besonders für den Ausbau und braucht im Vergleich zu anderen Dachkonstruktionen weniger Holz. Es ist vor allem für die Ausführung von Sattel- und Krüppelwalmdächern tauglich.

Ein Dachstuhl ist vielerorts heute noch ein selbstverständlicher und optimaler oberer Abschluss eines Bauwerkes auf Basis des Handwerks und der verfügbaren Materialien.



Inv.Nr. 18172
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