Modell Luftschiffprojekt Ressel, Baujahr 1871

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Das Luftschiff von Heinrich Ressel wurde zwar patentiert, erhob sich aber nie in die Lüfte. Es existiert nur im Modell. Sehr lange musste Heinrich Ressel die Kosten dafür zurückzahlen.


Am 24.09.1852 flog Henri Giffard sein zigarrenförmiges Luftschiff mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 km/h von Paris nach Elancourt. Der 44 Meter lange Auftriebskörper mit 12 Metern Durchmesser wurde von einer 3-PS-Dampfmaschine angetrieben.

Josef Ressels Sohn Heinrich Ressel (1829 - 1884) suchte nach einem Weg, die großen, wenig formstabilen und aerodynamisch ungünstigen Ballone samt ihrem explosiven Inhalt zu umgehen.
Sein „Luftdampfschiff“ bestand aus einem Sphäroid aus dünnem Messingblech, das als Kondensator diente. An den Enden war es zugespitzt. In der Gondel befand sich die 5-PS-Dampfmaschine, die eine Luftpumpe betrieb.

Die angesaugte atmosphärische Luft wurde verdichtet und über schrägstehende Düsen eines horizontalen und vertikalen Reaktionsrads ausgestoßen. So wurden die Räder in Rotation versetzt. Sie sollten den Auftrieb und den Antrieb bewirken. Für die horizontale Fortbewegung war zusätzlich ein Propeller in Form einer Schiffsschraube vorgesehen. Der Dampfkreislauf hingegen war in sich geschlossen: Der zum Antrieb der Luftpumpe verbrauchte Dampf strömte anschließend in den Spitzballon, der als Kondensator ausgebildet war. Dadurch sollte ein Teil der Auftriebskraft entstehen. Das Kondensat diente wieder als Speisewasser.

Heinrich Ressel hoffte, mit seinem Entwurf die mitgeführten Massen deutlich reduzieren zu können. Tatsächlich blieb es jedoch bei der Patentschrift von 1871 und beim Bau des Modells durch den k. k. Hofmechaniker W. J. Hauk. Die Rückzahlung der dafür vorgestreckten 3.000 Gulden verfolgte Ressel bis an sein Lebensende:
„Wenn ich verhungert, verdorben sein werde, sagen Sie den Menschen, die mich so unsäglich quälen, daß ich mehr war als bloß der unbedeutende Sohn Josef Ressel’s“ (Heinrich Ressel zitiert nach Louis Zels).


Inv.Nr. 1998

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