• FA-123668 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Alltag & Umwelt
Sammlungsgruppe
Freizeit, Spiel und Sport
Epoche
1950 - 1959
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Rennrodel, um 1935

Ältere Menschen können melancholisch werden. Mit einer Rodel ist meist unbeschwertes kindliches Wintervergnügen verbunden, dem man ohne großen Aufwand frönen hat können. Einzige Voraussetzung: Schnee.

In die Erinnerungen mag auch Bedauern mit den Kindern von heute eingeflochten sein, denn viele der Hänge, auf denen früher gerodelt wurde, sind verbaut und abschüssige Straßen dem motorisierten Verkehr vorbehalten.

Die Rodel des Technischen Museums Wien hat eine etwas ernsthaftere Geschichte. Sie ist aus einem schweren Eisenrahmen gebaut und sollte ihrem Besitzer nicht nur Spaß bereiten, sondern auch Siege bescheren. Ihr Einsatzgebiet waren nicht die Hänge und Gassen der Wohnumgebung, sondern die Rodelstrecke herunter vom Anninger, einem jener Buckel an der Thermenlinie südlich von Wien, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu einem beliebten Ausflugsziel wurden. Die Straße hinauf wurde als anspruchsvolle Rodelstrecke genutzt und in der Zwischenkriegszeit sogar mit einer Infrastruktur ausgestattet: 1924 eröffnete auf halbem Weg das Gasthaus „Krauste Linde“, und 1926 errichtete ein Mödlinger Rodelverein unterhalb des Hochanninger ein Vereinshaus, das in den 1970er-Jahren wieder aufgegeben und später abgerissen wurde. Die Strecke selbst führte in die Hinterbrühl hinunter und wurde in einigen Kurven mit Betonsteinen eingefasst.

Bereits um 1910 und regelmäßig ab 1927/28 fanden Rodelrennen mit nationaler und internationaler Beteiligung statt. Dabei kam auch unsere „Anninger-Rodel“ zum Einsatz. Bei einem dieser Rennen ereignete sich 1935 im unteren Abschnitt der Strecke ein tödlicher Unfall. Das Ziel wurde daraufhin zur „Krausten Linde“ hinauf verlegt.


Inv.Nr. 68418
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